Bischof Holub mit den Teilnehmern des Priestertreffens und Mitfeiernden des Gottesdienstes Foto: Václav Beneš

Deutsch-tschechisches Priestertreffen 2026 in Nepomuk

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Brücken bauen beim Brückenheiligen

Gut 20 Mitbrüder hatten sich auch heuer zu gemeinsamen Tagen einladen lassen, mit Rücksicht auf das Hotel einen knappen tag kürzer als sonst. So traf man sich am Dienstagnachmittag in der Heimatstadt des hl. Johannes von Nepomuk und begann mit einer Messe in seiner Tauf- und Pfarrkirche, die dem hl. Jakobus geweiht ist. Vorsitzender Pfr. Holger Kruschina dankte seinem Stellvertreter Pfr. Miroslav Martis für die Vorbereitung und stand der Feier vor. Eine ortskundige Dame gab im Anschluss eine kleine Führung in der Kirche und im Museum, das sich im Gebäude nebenan befindet. Zum Übernachtungshotel gehörte nicht nur der Gasthof Švejk, sondern auch eine hauseigene Brauerei, deren Geschichte uns der Hausherr am Abend näherbrachte – natürlich mit „Verkostung“.
Am folgenden Johannis-Tag ging es ins rund 30 km entfernte Klattau. In Konzelebration feierte Msgr. Karl Wuchterl, gerade 89 Jahre und zwei Tage alt (!) in der frisch renovierten Jesuitenkirche die Eucharistie. Auch diese Kirche hat eine bewegte Geschichte, wie der Ortspfarrer anschließend erläuterte, mehr noch: einen bedeutenden „Keller“. Beim Kirchbau wurden die Keller der dort vormals stehenden Bürgerhäuser belassen, um eine Krypta mit Grablege für den Orden zu errichten. Es zeigte sich, dass das Mikroklima zu einer natürlichen Mumifizierung führte. Beinahe wären die „Klattauer Katakomben“ einer modernen „Verschlimmbesserung“ zum Opfer gefallen, jedoch konnte man vor einigen Jahren noch Vieles retten und hat nun einen faszinierenden Ausstellungsort. Nach einer Rast im Caritas-Zentrum, dem Angelus vor dem Klattauer Gnadenbild und dem Mittagessen machte die Gruppe auf dem Heimweg Halt in Schloss Žinkovy. Auch dort erhielt man eine kundige und überraschende Führung, denn am Schloss kann man viel „Werden und Vergehen“ sehen: Erbauer und Besitzer dachten an einen „ewigen Stammsitz“ oder eine langfristige Investition, waren aber oft einem tragischen Schicksal ausgesetzt, wie zuletzt die Familie Skoda. Aber auch die Kommunisten, die das „Freizeitheim“ nach 1945 ungeniert ausschlachteten, hatten keine Bleibe für immer. In letzter Zeit wurde Vieles instandgesetzt, zuletzt auch die Schlosskapelle, die zum Bankettsaal geworden war. Die gemeinsame Vesper, die mit dem Handy festgehalten wurde, kommentierte denn die Führerin auch dankbar und bewegt mit den Worten: „Jetzt wohnt Gott wieder hier!“
Am dritten Tag ging es wissenschaftlich zu. Prof Royt von der Karlsuniversität referierte zum hl. Johannes von Nepomuk und auch der Ortspfarrer wusste von schönen und bestärkenden Glaubenserlebnissen in nicht leichtem Umfeld zu berichten. Nach einem nachmittäglichen Ausflug in die der Muttergottes geweihten Wallfahrtskirche im nahen Přeštice feierte die Gruppe in Nepomuk die Messe. Bischof Tomas Holoub von Pilsen war extra angereist. Beim abendlichen Grillfest im Garten des Dekanatsamtes Nepomuk wurde zünftig gefeiert – leider auch schon Abschied, denn nach den Laudes am Freitag brachen alle wieder auf nach Hause. Nicht ohne die freudige Aussicht: Nächstes Jahr in Augsburg!

Holger Kruschina