Jan Graubner neuer Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz

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Erzbischof Jan Graubner Foto: Herbert Fischer

Am 28. April 2020 hat die Tschechische Bischofskonferenz Erzbischof Jan Graubner von Olmütz zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt.
Geboren ist Erzbischof Graubner am 29. August 1948 in Brünn. 1973 wurde er zum Priester geweiht. Nach Jahren als Kaplan und Pfarrer wurde er 1990 Weihbischof von Olmütz. Als Wahlspruch nahm er einen Satz aus dem Johannesevangelium: Quod dixerit vobis, facite – Was er euch sagt, das tut. Er hat damit seinem Dienst als Bischof eine eindeutige Richtung gegeben.
Nach der Wende, der „Samtenen Revolution“ wie die Tschechen sagen, waren die tschechischen Bischöfe und Weihbischöfe im Frühjahr 1992 gemeinsam zu einem Besuch in Rom. Auf dem Rückweg waren sie Gäste der Ackermann – Gemeinde in München (siehe Foto). Das ist deshalb besonders bemerkenswert, weil sie an diesem Tag erfahren haben, welche Aufgaben sie in Zukunft wahrnehmen sollten.
Weihbischof Graubner wurde am 28. September 1992 Erzbischof von Olmütz. Im Jahr 2000 wurde er zum ersten Mal zum Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz gewählt und anschließend ein zweites Mal bis 2010. In den mühsamen und langen Verhandlungen zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften um die Restitution der Vermögen, die die kommunistische Regierung ihnen 1948 geraubt hatte, hat er die katholische Kirche vertreten.
2002 war er Hauptzelebrant bei der Eucharistiefeier am Sudetendeutschen Tag in Nürnberg. Das war eine mutige Entscheidung. In seiner Heimat hat er dafür manchen Ärger in Kauf genommen. In seiner Predigt hat er damals gesagt: „Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich herzlich bedanken bei all denen, die den Heiligen Geist in ihren Herzen wirken lassen und so in verschiedenen Ländern die wirkliche Kirchengemeinschaft schaffen. Ich danke allen, die durch den Heiligen Geist vergeben, helfen und Hoffnung bringen…..Dank des lieben Gottes haben wir heute schon eine lange Liste von verschiedenen gemeinsamen Aktionen, die man nur schwer einzeln aufzählen kann. Solches Vorgehen hilft, neue Beziehungen zu schaffen, die aus beiderseitiger Liebe wachsen und auch Ausdruck des Lebens und der neuen Hoffnung sind. Beten wir dafür, damit jeder von uns und wir alle als Gemeinde unseren Beitrag zum Bau des Hauses Europa beitragen können und zwar mit der Kraft und dem Feuer des Heiligen Geistes, der heute unsere Herzen erfüllt.“
Die Aufgaben sind für den Vorsitzenden der Bischofskonferenz in Tschechien kaum weniger schwierig als bei uns in Deutschland. So gratulieren wir Erzbischof Graubner herzlich zu seinem neuen Amt. Wir wünschen ihm das, was er 2002 den Sudetendeutschen gewünscht hat: Das Feuer des Heiligen Geistes erfülle sein Herz. Er schenke ihm Gesundheit, Kraft und Ausdauer und eine glückliche Hand.
Es wäre ein guter Dienst, ihn mit unserem Gebet zu begleiten.
Msgr. Karl Wuchterl