Inhalt 2026-3

Vorwort des Vorsitzenden
Wallfahrt der Heimatvertriebenen und Aussiedler zum Heiligen Blut in Walldürn
Vertriebenenwallfahrt in Gößweinstein
Patroziniumsgottesdienst in Kladrau mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer
Besuch in der tschechischenPartnerpfarrei von Neutraubling
Von Postelberg nach Saaz – ein Weg zurück in die Zukunft
Gedenken an die Opfer des Massakers von Aussig
Seligsprechung der Priester Jan Bula und Vaclav Drbola in Brünn
Deutsch-tschechisches Priestertreffen 2026 in Nepomuk
Urlaubswoche für tschechische Priester

Vorwort des Vorsitzenden

Liebe Mitglieder und Freunde des Sudetendeutschen Priesterwerks,

in diesem Jahr hatte ich Gelegenheit ein paar Mal in Tschechien zu sein. Mit katholisch gefiltertem Neid schaue ich auf meine Vorgänger, die noch ganz andere Zeitressourcen für ein Ehrenamt hatten als unsereins, dem als Pfarrer „nichts genommen, sondern nur immer mehr gegeben“ wird. Und obwohl ich nun auch schon seit 16 Jahren im Vorstand und seit neun Jahren Vorsitzender bin, fehlt mir das in den Urgesteinen unseres Priesterwerkes durch Königstein, Haus St. Johann oder auch die Ackermanngemeinde gewachsene Netzwerk – und wohl auch das dazugehörige Gen.
Umso mehr freue ich mich über alles, was in den letzten Jahren gewachsen und geworden ist, vor allem die selbstverständliche Begegnung der Mitbrüder von hüben und drüben bei allen unseren Veranstaltungen. Und ich freue mich, wenn ich mich dann doch mal aus der Pfarrseelsorge ausklinken und einer Einladung folgen kann. Auch einen kleinen Teil meines Urlaubs verbrachte ich heuer in Tschechien und habe eines der wenigen Talente genutzt, das ich habe und das noch dazu übersprachlich und übernational ist, nämlich die Musik.
Bei der Samstagvorabendmesse in Leitmeritz kam es zu einem schönen Zu-Fall: In kleiner Besetzung – fünf der noch studierenden Mitglieder meines Ensembles konnten die Reise mitmachen – hatten wir mit Absicht nur einen Teil des Ordinariums einer lateinischen Messe einstudiert, um die Gemeinde selber das Gloria und das Sanctus singen zu lassen. Zehn Minuten vor Beginn stellte sich heraus, dass der Organist gemeint hatte, er würde nicht gebraucht und nun niemand zur Begleitung da war. Kurzerhand wurden wir gebeten, einfach alles zu singen. Aus dem Ärmel nun aber die beiden fehlenden Ordinariumsteile zu schütteln, hatten wir zu großen Respekt. Und da meinten die Jungs mit Blick auf unser Notenmaterial: Dann singen wir doch einfach die Schubert-Messe!
Jeder von uns weiß, wie sehr diese Messe mit der Sudetendeutschen Volksgruppe verbunden ist. Und Latein ist es auch nicht… alles kein Problem: Für den Zelebranten nicht, nicht die Mitfeiernden (allenfalls für Liturgie-Puristen, aber die waren nicht da.)
Nichts verbindet so sehr wie Glaube, dem es um das Wesentliche geht. Und DIESES Netzwerk ist riesig!

Ihr
Pfarrer Holger Kruschina
Vorsitzender des SPW

Wallfahrt der Heimatvertriebenen und Aussiedler zum Heiligen Blut in Walldürn

Der Auftrag zur Versöhnung bleibt

„Dank, Erinnerung und Abschied“. Diese drei Worte standen sozusagen als Motto zur 80. Wallfahrt der Heimatvertriebenen und Aussiedler zum Heiligen Blut in Walldürn. Denn mit der heurigen Veranstaltung endete die acht Jahrzehnte währende Tradition, die am Fest Mariä Heimsuchung 1946 begann. Der Freiburger Weihbischof Dr. Peter Birkhofer dankte in seiner Predigt beim Pontifikalamt besonders der Ackermann-Gemeinde für das „große Engagement für Versöhnung, Vertrauen und Frieden“. Und der bis vor wenigen Monaten Baden-Württembergische Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL machte in seiner Ansprache deutlich, dass Flucht und Vertreibung aktuell sind und auch in Zukunft große Herausforderungen mit sich bringen.
Zum festlichen Pontifikalamt und zur Glaubenskundgebung waren neben Mitgliedern der Ackermann-Gemeinde im Erzbistum Freiburg auch Vertreter der Würzburger Ackermann-Gemeinde sowie aus dem Bistum Pilsen gekommen, mit dem die Freiburger Ackermann-Gemeinde seit 1993 eine Partnerschaft pflegt. Mit Helga Barth war sogar eine Teilnehmerin an der allerersten Wallfahrt mit dabei.
Als „Jubiläum und Abschluss nach acht Jahrzehnten“ würdigte in seiner Begrüßung Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula OFMConv diese Wallfahrt. Er selbst war ein paar Tage zuvor mit Wirkung zum 1. Juli zum „Rector ecclesiae“ ernannt worden. Das Leitmotiv der diesjährigen Walldürner Wallfahrt „Die Liebe hört niemals auf“ rückte er ebenfalls in diesen Kontext, vor allem dass „die Liebe Gottes unsere Welt neu berührt“ und Friede bringt sowie „Freude, wo Menschen mutlos geworden sind“. Weihbischof Birkhofer stellte fest, dass zwar die Tradition der Wallfahrt nun zu Ende gehe, dies aber kein Abschluss sei. „Der Weg des Glaubens und der Versöhnung geht weiter“, bekräftigte er in seinen einleitenden Worten.
In seiner Predigt ging er zunächst auf die Bedeutung des Festes Mariä Heimsuchung ein, an dem vor 80 Jahren erstmals die Vertriebenenwallfahrt nach Walldürn stattfand: die innige Begegnung und Umarmung Marias und Elisabeths. „80 Jahre Vertriebenenwallfahrt nach Walldürn – das ist doch ein Glaubenszeugnis, das immer wieder neu Mut machen konnte und weiterhin Mut machen kann. Ja, es ist ein Zeichen der tiefen Verbundenheit miteinander und untereinander. Und vor allem auch ein Zeichen der Verbundenheit über alle Grenzen hinweg, ein Zeichen der Verbundenheit mit Jesus Christus“, so Weihbischof Birkhofer. 1946 sei die Wallfahrt ein „Fest des Wiedersehens“ im Kontext von „Heimat im Glauben“ gewesen, zumal die Suche und Frage nach der neuen Heimat vielfach noch nicht gelöst gewesen sei. Die Vertriebenenwallfahrt nach Walldürn habe sich dann zu einer „Kraftquelle für die Zukunft“ entwickelt, „die Wallfahrt ist zur gegenseitigen Stärkung geworden“, wobei auch die Erinnerung und das Gedenken an die Verstorbenen einen wichtigen Platz eingenommen habe. Und der Versöhnungsgedanke, der als Auftrag für die Zukunft bleibt. Denn Vertreibung und Flucht - bedingt durch Kriege, Notlagen und Klimakatastrophen – seien auch heute aktuell und damit auch die Themen, die diese Vertriebenenwallfahrt über acht Jahrzehnte prägten. „Wir brauchen immer wieder Geduld und einen langen Atem – damals 1946 wie auch heute. Wir müssen uns gegenseitig stärken und stützen“, motivierte der Weihbischof.
Das Element, das lange Zeit zu dieser Wallfahrt gehörte, nämlich die Glaubenskundgebung, stand zum Abschluss nochmals auf dem Programm. Der von 2016 bis zur Konstituierung der jetzigen Landesregierung in Baden-Württemberg wirkende Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL bestritt diese. „Im Jahr 1946 hatten viele Heimatvertriebene noch keine Unterkunft, aber den gemeinsamen Glauben als gemeinsame Heimat, die Halt gegeben hat“, merkte er einleitend an. Heute hätten sich die Menschen zwar Heimat geschaffen, aber „viele haben keine großen Bindungen an Heimat“, erläuterte er die Unterschiede zwischen damals und heute. Er verwies auf die im Jahr 1950 veröffentlichte Charta der Heimatvertriebenen, die von Lebensmut, Zukunftsperspektiven und vor allem von Verzicht auf Rache und Vergeltung zeugt – und das fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und drei Jahre nach Flucht und Vertreibung. Einem weiteren wesentlichen Punkt der Charta, der Schaffung eines freien und geeinten Europas mit Freizügigkeit sowie Meinungs-, Reise- und Niederlassungsfreiheit, sei man „viel näher gekommen“, allerdings sei diese Vision durch „Irrlichter in den westlichen Demokratien“ brüchig geworden, so der Landtagsabgeordnete. Daher sei es stets wichtig, Europa und seine Werte sowie die Demokratien zu stärken und mit Leben zu erfüllen. Und schließlich plädierte er - vor dem positiven Hintergrund der gelungenen Integration der Heimatvertriebenen - dafür, die Menschen zu fordern: konkret sie nach ihrem Können, ihren Leistungen und Gaben dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. „Jeder bringt Gaben mit, die einzubringen sind. Das Thema ‚Arbeit‘ dürfen wir nicht als Last sehen. Arbeit dient dem Lebensunterhalt und ist sinnstiftend. Eine eigenständige Lebensgestaltung wird so möglich. Arbeit ist nicht nur Recht, sondern hat mit dem Selbstverständnis des Menschen zu tun“, vertiefte der frühere Minister.
Der Kirchenchor und Männergesangverein Walldürn unter der Leitung von Birgit Wagner und Brigitta Scheuermann sangen die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert und das Taizé-Lied „Ubi caritas et amor“.
Beim anschließenden Empfang im Pfarrsaal konnte Helmut Hotzy, der seit 1987 vor Ort den Wallfahrtstag in Kooperation mit der Pfarrei und der Ackermann-Gemeinde organisiert hat, zahlreiche weitere Vertreter aus Politik und Kirche willkommen heißen. Er dankte Weihbischof Birkhofer und MdL Hauk für ihre Reden, in denen sie „die Gefühle der Heimatvertriebenen“ ergreifend angesprochen hätten. Die Versöhnungsarbeit sei fortzusetzen, unterstrich auch Hotzy.
Der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises Dr. Achim Brötel verwies in seinem Grußwort natürlich auf die „Klinge Seckach“, die im Februar 1951 von Pfarrer Heinrich Magnani als Verein gegründete Einrichtung vor allem für Kinder und Jugendliche Heimatvertriebener. Neben Magnani nannte der Landkreischef den Gründer und langjährigen Vorsitzenden der Freiburger Ackermann-Gemeinde Fritz Baier, der auch die Vertriebenenwallfahrt wesentlich mitgeprägt hat. Insgesamt forderte Brötel, die „Lebens- und Aufbauleistung der Eltern und Großeltern besser zu würdigen“, zumal dies auch zu einem Modernisierungsschub für den Landkreis beigetragen habe.
Den Gemeinschaftsaspekt der Wallfahrt – gemeinsames Pilgern, Beten, Glaubenszeugnis – rückte der Walldürner Bürgermeister Meikel Dörr in seinem Grußwort in den Fokus. „Die Vertriebenenwallfahrt hat viele Menschen mit schweren Lebensgeschichten – Flucht, Vertreibung, Neuanfang – zusammengebracht. Die Wallfahrt war und ist ein Ort der Erinnerung und der Hoffnung, auch des Blicks nach vorne und dabei die Heimat nicht zu vergessen“, betonte der Rathauschef. Vor dem Hintergrund des historischen Erbes sei immer ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung von Verständigung und Versöhnung gelegt worden, von Frieden und Zugehen aufeinander. „Heimat ist auch dort, wo Menschen einander annehmen und das Verbindende stärker in den Mittelpunkt rücken als das Trennende“, fasste das Stadtoberhaupt zusammen und dankte der Ackermann-Gemeinde für ihren Einsatz für eben diese Aspekte und die Pflege der Wallfahrtstradition.
Einen kurzen historischen Abriss gab Helmut Hotzy, der zu diesem Anlass eine 36-seitige ausführliche Dokumentation erarbeitet hat. Neben Helga Barth hieß er auch Brigitte Schmidegger willkommen, die als Angehörige der Erlebnisgeneration ebenfalls sehr früh an der Vertriebenenwallfahrt nach Walldürn teilnahm. „Im Dezember 1946 stieg die Bevölkerung Walldürns durch die Heimatvertriebenen von 4.455 auf 5.877 Personen, was einen Anteil der Neubürger von fast 25 Prozent ausmachte“, blickte Hotzy zurück. Neben materiellen Aspekten sei besonders das psychische Leid durch den Verlust von Heimat und Besitz, durch das Fehlen der vertrauten Umgebung, der Freunde und Nachbarn sowie die Ungewissheit über die Zukunft prägend gewesen. Daher „suchten die Heimatvertriebenen verstärkt Zuflucht, Trost und Kraft im christlichen Glauben“, erläuterte Hotzy. Initiiert von Pfarrer Magnani, dem damaligen Vorsitzenden des Kreis-Caritasverbandes Fritz Baier, dem Augustiner-Pater Dr. Paulus Sladek und dem späteren Walldürner Stadtpfarrer Wigbert Richter (geboren in Böhmisch-Leipa), trafen sich am Fest Mariä Heimsuchung 1946 (2. Juli) zum ersten Mal Heimatvertriebene zur Wallfahrt zum Heiligen Blut in Walldürn. In den 1950er und 1960er Jahren nahmen Tausende von Gläubigen daran teil, so dass zum Festgottesdienst und zur Glaubenskundgebung namhafte Vertreter aus Kirche und Politik kamen – unter anderem Bundespräsident Dr. Heinrich Lübke, Dr. Josef Stingl, Otto von Habsburg, und die (späteren) Ministerpräsidenten Hans Filbinger, Franz Josef Strauß und Prof. Dr. Erwin Teufel bzw. Erzbischof Dr. Robert Zollitsch. Organisiert wurde diese Wallfahrt über all die Jahre federführend von der Ackermann-Gemeinde, im Jahr 1987 übernahm die Stadt Walldürn die Patenschaft. Damit kam Hotzy als damaliger Hauptamtsleiter der Stadt mit ins Boot zur Koordinierung zwischen Stadt, Pfarrgemeinde und Ackermann-Gemeinde. Mit dem Dank an die Diözesanvorsitzenden der Freiburger Ackermann-Gemeinde Fritz Baier, Erich Pohl, Werner Tampe, Brigitte Ziegler und Roland Stindl sowie an die Geschäftsführerin Heidi Rothmeier schloss Hotzy seinen Rückblick, zitierte jedoch noch einen Satz aus dem „Ackermann aus Böhmen“: „Jedoch kehre dich von dem Bösen und tue Gutes, suche den Frieden und wahre ihn stets, vor allen irdischen Dingen halte Wert ein reines und lauteres Gewissen.“
„Walldürn wurde für unzählige Menschen weit mehr als nur ein Wallfahrtsziel. Es war ein Ort der Beheimatung in Zeiten des tiefsten Verlustes. Die Menschen, die ihre Wurzeln in den alten Heimaten verloren hatten, konnten hier am Altar des Heiligen Blutes neue Kraft schöpfen. Eine ‚neue Heimat‘ fanden die Vertriebenen und Flüchtlinge zuerst in der Kirche. Hier zeigte sich die gelebte Nächstenliebe und die verbindende Kraft unseres Glaubens. Die Kirche reichte die Hand, baute Brücken und half dabei, aus Entwurzelung eine neue, gesegnete Zukunft wachsen zu lassen.“ Mit diesen Worten würdigte Roland Stindl, Vorsitzender der Ackermann-Gemeinde im Erzbistum Freiburg, die von der Wallfahrt ausgegangenen Faktoren. Weiter dankte er den in Kirche, Staat, bei der Stadt und der Pfarrei Walldürn früher und heute verantwortlichen Personen und Einrichtungen für die langjährige und vielfältige Unterstützung.

Markus Bauer

Vertriebenenwallfahrt in Gößweinstein

Es ist eine Tradition, die tief bewegt und Menschen über Grenzen hinweg verbindet: Die Vertriebenenwallfahrt nach Gößweinstein ist seit mittlerweile zwei Jahrzehnten ein fester und identitätsstiftender Bestandteil des regionalen Kirchenjahres. Dass diese wichtige Wallfahrt bis heute so lebendig gehalten wird, ist vor allem dem unermüdlichen Engagement des langjährigen Vertriebenenseelsorgers des Erzbistums Bamberg, dem kürzlich verstorbenem Monsignore Pfarrer Herbert Hautmann, zu verdanken. Er hatte noch vor seinem Tod alles für dieses besondere Treffen vorbereitet. Weitergeführt wird sein Erbe mit tatkräftiger Unterstützung von Margaretha Michel, der Obfrau der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Bezirksvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen aus Pegnitz.
Wie tief verwurzelt die Wallfahrt in der Region und darüber hinaus ist, zeigte sich am eindrucksvollen Zuspruch: Die Basilika war mit über 300 Gläubigen bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Gästen begrüßte Margaretha Michel nicht nur die Sudetendeutsche Landsmannschaft, sondern ein breites Bündnis der Erinnerungskultur. So nahmen die in traditioneller Tracht gekleideten Mitglieder der oberschlesischen Landsmannschaft aus Nürnberg ebenso teil wie eine Abordnung der Banater Schwaben mit Josef Lutz an der Spitze, Mitglieder der Ackermann-Gemeinde sowie mehrere Russlanddeutsche. Eine der wichtigsten Säulen dieser Tradition ist seit 2006 auch Basilikaorganist Georg Schäffner.
Den feierlichen Gottesdienst zelebrierte Monsignore Peter Fort, der den weiten Weg aus Graslitz in Tschechien auf sich genommen hatte. Obwohl Fort so alt wie die Vertriebenenwallfahrt selbst ist, zeigte er sich als äußerst aktiver und wortgewaltiger Seelsorger. Während seiner Predigt griff er sogar zur Gitarre.
Unterstützt wurde Fort am Altar von den Ruhestandspfarrern Alfred Bayer, der gemeinsam mit dem verstorbenen Monsignore Hautmann im St. Elisabeth-Haus wohnte, und Adam Possmayer aus Rittershausen. In seiner Predigt erinnerte Fort eindringlich an das schwere Unrecht, das den Vertriebenen im Zuge des Zweiten Weltkriegs widerfahren ist, betonte jedoch gleichzeitig trostspendend, dass sie eine neue Heimat gefunden haben. Besonders hob er hervor, dass die Sudetendeutschen heute wichtige Brücken zwischen Deutschen und Tschechen bauen.
Hinter den Kulissen einer solchen Großveranstaltung bedarf es verlässlicher Stützen. Ein ganz besonderer Dank der Verantwortlichen galt deshalb Johann Heumann aus Wichsenstein für seinen außerordentlichen, tatkräftigen Einsatz und seine Unterstützung – ganz im Sinne des unvergessenen Monsignore Herbert Hautmann. Die Tradition der Vertriebenenwallfahrten in der Region reicht weit zurück: Die allererste große Wallfahrt dieser Art fand am 29. September 1946 unter der Leitung des Ermländer Vertriebenenbischofs Maximilian Kaller zum nahegelegenen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen statt. In Gößweinstein steht die Tradition nun ganz im Zeichen von Monsignore Hautmann. Zu dessen großen Lebensverdiensten gehörte, neben seiner Arbeit in Gößweinstein, auch die Wiederbelebung der geschichtsträchtigen Wallfahrt zwischen seiner Geburtsstadt Eger und dem oberfränkischen Marienweiher.
Der Blick der Verantwortlichen richtet sich bereits nach vorne: So Gott will, soll im Jahr 2027 in Gößweinstein die 82. Vertriebenenwallfahrt abgehalten werden.

Thomas Weichert