Pater Anton Ellinger MCCJ

Am 1. März 2020 verstarb im 82. Lebensjahr Pater Anton Ellinger MCCJ

Geboren wurde Pater Anton am 09.06.1938 im tschechischen Millowitz in Südmähren. Die Familie wurde im Mai 1945 regelrecht nach Österreich verjagt und kam nach dem Krieg in die Gegend von Künzelsau in Baden-Württemberg.

Pater Anton schloss sich nach der Reifeprüfung im Jahr 1958 den Comboni-Missionaren an. Während er den ersten Teil des Studiums (Philosophie) in Bamberg absolvierte, wurde er zum weiteren Theologiestudium nach Rom gesandt. Am 29.06. 1965 empfing er in Bamberg die Priesterweihe.

Sein erster Einsatz als Comboni-Missionar fand im Internat in Saldaña (Spanien) statt. Pater Anton war ein Mensch, der viele Sprachen gelernt hat – ein echtes Genie. Durch sein Studium und den Einsatz in Spanien sprach er Italienisch, Spanisch und vielleicht damals schon Portugiesisch.

Den elf Jahren in Spanien schlossen sich 22 weitere in Südafrika in der Diözese Lydenburg-Witbank an. Und wie konnte es anders sein, als dass er in Südafrika vier verschiedene Sprachen der einheimischen Bevölkerung sowie Englisch und Afrikaans lernte? Die Mitbrüder schätzten es sehr, wenn er ihnen eine für sie neue Sprache für ihre Arbeit beibringen konnte.

Ab 1995 lebte Pater Anton in Deutschland. Er arbeitete in der Berufungspastoral und engagierte sich in der Vorbereitung von Missionarinnen und Missionaren auf Zeit (MaZ) der Comboni-Missionare. Hier erwiesen sich seine Sprachkenntnisse erneut als wertvoll, vor allem wenn es darum ging, den jungen Menschen beim Erlernen der Sprache ihres Einsatzlandes zur Seite zu stehen. In dieser Zeit in Deutschland ging er noch das Erlernen von Polnisch, Russisch und Kiswahili (die Umgangssprache in Ostafrika) an.

Pater Anton sprach nicht einfach eine Sprache, sondern versuchte auch deren Eigenarten zu ergründen. Wer mit ihm redete, bekam schnell den Eindruck, dass er überhaupt den Dingen auf den Grund ging und sie reflektierte. Diese Art der Beschäftigung machte ihn zu einem demütigen Menschen. Auf diesem Hintergrund gab er oft verblüffende, logische und doch heitere Antworten. Wo er war, konnte es an frohem Gelächter nicht fehlen.

Irgendwann machte aber seine Gesundheit nicht mehr so richtig mit. Er konnte zunächst noch als Übersetzer arbeiten, bevor er nach Ellwangen zu den Senioren kam, wo er bis zu seinem Tod lebte.