Pfarrer i. R. Franz Baudisch

Franz Baudisch wurde am 17.05.1934 in Deutsch-Prausnitz, Kreis Trautenau geboren, besuchte dort die Grundschule und ab 1944 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges die Mittelschule in Trautenau. 1946 wurde die Familie ausgesiedelt und fand in Dodendorf bei Magdeburg eine neue Heimat. Nach Abschluss der 8. Klasse begann er 1948 in Magdeburg-Buckau eine Schlosserlehre. Bereits nach zwei Jahren legte er die Gesellenprüfung ab und arbeitete danach drei Jahre als Schlosser in Magdeburg. Von 1953 bis 1957 holte er im Magdeburger Norbertinum das Abitur nach, um im Sommersemester 1957 in Erfurt das Theologiestudium aufzunehmen. Nach der pastoral-praktischen Ausbildung im Erzbischöflichen Priesterseminar auf der Huysburg wurde er am 21.12.1962 von Weihbischof Dr. Friedrich M. Rintelen in Magdeburg zum Priester geweiht.
Der priesterliche Lebensweg führte Franz Baudisch zunächst als Vikar nach Eilenburg und drei Jahre später nach Lauchhammer-Mitte. 1967 wurde er in das Unstruttal nach Laucha versetzt und leitete die dortige Kuratie sieben Jahre lang. Nach zweijährigem Vikarsdienst in Lutherstadt Wittenberg übernahm er 1976 die Leitung der Pfarrvikarie Mücheln. Bischof Johannes Braun ernannte ihn 1987 zum Pfarrer der Pfarrei Schmerzhafte Mutter in Torgau. Nach der Wende übernahm er dort auch die Seelsorge in der Justizvollzugsanstalt. Von 1994 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2006 war er als Pfarrer der Pfarrei St. Josef in Osterburg tätig.
Danach fand er in Bad Lauchstädt mit seiner langjährigen Haushälterin, Frau Mock, seinen Alterssitz, an dem er die zuständigen Seelsorger sehr bereitwillig unterstützte und gern priesterliche Dienste übernahm. Zudem erwies er sich dort bei den regelmäßigen Begegnungen der pensionierten Priester und Diakone als ein großzügiger Gastgeber. Interessiert verfolgte er die Wege vieler Mitbrüder und blieb auch mit denen in Kontakt, die den priesterlichen Dienst aufgegeben hatten.
Franz Baudisch war ein treuer Arbeiter im Weinberg des Herrn: gehorsam, selbstlos, einsatzbereit, fromm. Spätestens seit seiner Torgauer Zeit empfand er sich als einen, der „in Schwäche und Furcht“ zu den Menschen kommt (vgl. 1 Kor 2,3). In seiner Spiritualität hat er versucht, diese gefühlte Schwäche anzunehmen und als heilbringende Teilnahme am Leiden und Kreuz Christi zu verstehen.