Pfarrer i.R. Horst Krahl

Am 2. Juli 2026 verstarb Pfarrer i.R. Horst Krahl im Alter von 86 Jahren

Horst Krahl wurde am 15. Juli 1939 in Eichwald/Teplitz-Schönau geboren. Seine Kindheit stand unter dem Eindruck von Krieg, Flucht und Heimatverlust. In Hassenhausen bei Bad Kössen fand die Familie Zuflucht. Im April 1947 siedelte sie nach Friedrichsdorf über. Nach einigen Jahren an der dortigen Mittelschule wechselte er in das Studienheim für Spätberufene „St. Clemens“ in Bad Driburg, wo er 1962 die Hochschulreife erlangte.
Nach dem Studium der Philosophie und Theologie an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt und der Universität München wurde er am 9. März 1968 in Friedrichsdorf zum Priester geweiht.
Nachdem er ein Jahr in Geisenheim Kaplan war, wurde ihm ein pastoraltheologisches und homiletisches Zusatzstudium in München ermöglicht. Anschließend wirkte er von 1971-1974 als Assistent am Priesterseminar Limburg und an der Hochschule Sankt Georgen.
1974 übernahm er die Pfarrei „St. Andreas“ in Wiesbaden. Es war ihm ein besonderes Anliegen, Menschen für das Hören auf das Wort Gottes zu öffnen und sie zu einem Handeln aus dem Geist des Evangeliums zu ermutigen. Er verstand sich selbst als „Leute-Priester“ mitten unter den Menschen. Zusätzlich übernahm er den Dienst des Dekans, sowohl in Wiesbaden-Mitte, als auch in Wiesbaden-Nord. 1999 gab er die Leitung der Pfarrei „St. Andreas“ ab und übernahm zusammen mit Pfarrer Peter Wagner die Leitung der Wiesbadener Pfarreien „St. Andreas“ und „St. Josef“.
Über Pfarr- und Stadrgrenzen hinaus galt sein Blick stets dem Wohl des Bistums. Von 1987 an war er theologischer Berater der Kirchenzeitung „Der Sonntag“. Er engagierte sich im Priesterrat und gab mit seinen Buchveröffentlichungen wertvolle Anregungen für den Predigtdienst.
2004 trat Horst Krahl in den Ruhestand und wurde zum Bischöflichen Beauftragten für den Ständigen Diakonat ernannt. Weiter Aufgaben sollten folgen: die Pfarrverwaltung der Pfarrei „St. Bonifatius“ in Wiesbaden und die Aufgabe des priesterlichen Leiters des Pastoralen Raumes Wiesbaden-City von April bis Juni 2006. Von 2006-2009 war er Regens des Priesterseminars in Limburg. Ab 2010 war er im Dezernat Personal für die Personalpflege der Priester zuständig und übernahm als Pfarrverwalter der Pfarreien „St. Marien“, „Herz Jesu“ in Wiesbaden-Biebrich und „St. Kilian“ in Wiesbaden, sowie als kommissarischer Leiter des Pastoralen Raums Wiesbaden-Biebrich Verantwortung.
Im Ruhestand blieb Horst Krahl in Wiesbaden und half jungen Mitbrüdern aus dem Ausland in der deutschen Sprache und beim Erstellen von Predigten. Nach einer Operation vor drei Jahren war er nicht mehr mobil. Anfang 2025 erforderte auch eine zunehmende Demenz den Umzug in das Herz-Jesu-Heim in Biebrich.
Am 2. Juli 2026 ist er in Wiesbaden verstorben.