Prof. Dr. Paul Hoffmann
Am 10. Juni 2026 verstarb Prof. Dr. Paul Hoffmann im Alter von 93 Jahren
Paul Hoffmann wurde am 14. Februar 1933 in Brünn geboren. Nach dem Abitur studierte er Philosophie und Katholische Theologie in Paderborn und München. 1956 nahm er, betreut von Josef Schmid, das Promotionsstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München auf und wurde mit der Studie »DerChrist zwischen Tod und Auferstehung nach der Auffassung des Paulus« im Jahre 1959 promoviert.
1961 wurde Paul Hoffmann in der Erzdiözese Paderborn zum Priester geweiht und übernahm bis 1963 das Vikariat in Marten, einem Stadtteil im Westen von Dortmund.
Von 1963 bis 1968 absolvierte er ein Habilitationsstudium an der Universität Münster und hat sich im Sommersemester 1968 unter der Betreuung von Joachim Gnilka habilitiert. Der Titel der Arbeit lautet »Studien zur Theologie der Logienquelle« und eröffnete ein Thema, das ihn wissenschaftlich nachhaltig binden sollte. Beide Qualifikationsschriften zeigen durch ihre drei Auflagen, dass sie schnell als Standardwerke rezipiert wurden.
1970 wurde Paul Hoffmann außerordentlicher Professor für Neues Testament an der damaligen Philosophisch-Theologischen Hochschule in Bamberg. Im Zuge der Gründung der Gesamthochschule im Jahre 1972, die er intensiv mitgestaltete, wurde er 1973 zum ordentlichen Professor für Neutestamentliche Wissenschaften ernannt. Als die Gesamthochschule 1979 zur Universität wurde, wurde sein Lehrstuhl der Fakultät für Katholische Theologie zugeordnet.
Damit hat Paul Hoffmann bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2000 die wichtigsten Umstrukturierungen miterlebt und aktiv mitgestaltet. Er übernahm zahlreiche Ämter in der universitären Selbstverwaltung, war von 1972–1978 Mitglied des Senats, wurde mehrfach zum Dekan gewählt und übte bis 1996 das Amt des Vertrauensdozenten der Studienstiftung des Deutschen Volkes aus.
Seine Bamberger Zeit prägte in besonderer Weise die Erforschung der sogenannten Spruchquelle Q, besonders seit er 1993 gemeinsam mit James M. Robinson (Claremont, USA) und John S. Kloppenborg (Toronto, Kanada) das International Q Project (IQP) leitete. Das IQP stellte eine forschungsgeschichtlich breit abgestützte und detailliert begründete Rekonstruktion der Logienquelle Q her.
Von 1996 bis 2003 leitete Paul Hoffmann das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt »Synoptische Wortkonkordanz zu den Evangelien«.
Durch die von Prof. Hoffmann initiierte intensive Teamarbeit am Lehrstuhl für Neutestamentliche Wissenschaften leistete er einen wichtigen Beitrag zur theologischen Nachwuchsförderung, zur Drittmitteleinwerbung sowie zur internationalen Sichtbarkeit der Bamberger Bibelwissenschaften.
Am 10. Juni 2026 ist Paul Hoffmann in Bamberg verstorben.